©© Freiberg_Bild_KIDie Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří zeigt, wie Kommunen und Tourismusakteure ihr gemeinsames Welterbe erfolgreich vernetzen. Kerninstrument dabei ist die Arbeitsgruppe; natürlich zu verschiedenen Schwerpunktthemen und mit angepasstem Teilnehmerkreis. Wir zeigen, was ein solches Standardtool leisten kann.
2019 wurde die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Ein Impuls, der Orte, Initiativen und touristische Akteure grenzübergreifend einte, aber auch vor neue Herausforderungen stellte. Es galt, die Interessen der 22 Hauptbestandteile und fünf assoziierten Bestandteile auf einer Gesamtfläche von über 6.700 ha in vielfältige Richtungen zu vertreten.
Mit dem Titel kam die Frage, welches Tool möglichst viele Akteure zielführend miteinander vernetzt. „Alle an einen Tisch“ war das oft gehörte Statement – die klassische Arbeitsgruppe (AG) damit naheliegend. Die Vielfalt der Themen erforderte die Bildung von Clustern: Arbeitsgruppen zu Schutz/Erhalt, Welterbe-Bildung/Vermittlung sowie Tourismus/Welterbe entstanden. Später folgte die Arbeitsgruppe zur Koordinierung der Welterbe-Besucherzentren. Für die Etablierung zuständig war und ist der Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V., meist im Schulterschluss mit kommunalen Partnern und Verbänden, wie etwa dem Tourismusverband Erzgebirge (TVE). Diese AGs bieten Kommunen, Destinationen, Museen und Besucherzentren eine Plattform, um Inhalte, Bildungsangebote und Vermarktung zu koordinieren und kontinuierlich zu organisieren.
Die „Sandwich“-Position haben dabei die Bergstädte inne. Sie vertreten die Interessen ihrer Bürger und versuchen, diese in Einklang mit den Bedürfnissen der Montanregion zu bringen – personelle und finanzielle Ressourcen dabei immer im Blick. Oft keine ganz leichte Rolle. Umso schöner ist es, wenn aus den Impulsen der Arbeitsgruppen neue Ideen entstehen. Beispielhaft ist hier die Gründung einer AG, die sich der gemeinsamen Bewerbung der erzgebirgischen Christ- und Weihnachtsmärkte verschrieben hat. Mit gebündeltem Marketing koordinieren die Bergstädte hier Termine, Inhalte und Kanäle für mehr überregionale Sichtbarkeit. Doch nicht nur hier profitiert die Silberstadt Freiberg. Mit der AG KulTour versucht sie als lokaler Hub mit Museen, Gastronomie, Hotellerie, Vereins- und Besucherangeboten, die Kommunikation zwischen den einzelnen Partnern zu erleichtern, Synergien zu schaffen und das Qualitätslevel auf hohem Niveau zu halten.
Auch wenn das Format der Arbeitsgruppe nicht neu ist, zeigt sich in der Welterberegion seine ganze Stärke. Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Städte, Institutionen und Tourismusakteure regelmäßig an einen Tisch. Interkommunale Zusammenarbeit macht so aus vielen kleinen Kultur- und Erlebnisorten ein erkennbares Ganzes. Der direkte Austausch sorgt für kurze Wege, schnelle Absprachen und eine kontinuierliche der Teilnehmenden. Besucher profitieren von klarer Information, Akteure von geteilten Ressourcen – und die regionale Identität wird in glaubwürdiger, attraktiver Form sichtbar. So entsteht ein gemeinsamer Rahmen, der die Region im Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Gäste deutlich sichtbarer macht. Platz für Einzelinitiativen und individuelle Projekte bleibt trotzdem. Denn auch in ihrer Vielfalt liegt die Besonderheit der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.
BergstadtWeihnacht: https://www.bergstädte.de/
Broschüre WBZs: https://www.montanregion-erzgebirge.de/welterbe-aktuell/welterbe-besucherzentren.html